Wie wird man ein Jünger von Jesus? Sich selbst verleugnen und sein Kreuz auf sich nehmen?
Zur Osterzeit ein paar Gedanken, wie Nachfolge heute zu verstehen ist…
Ein Frühlingstag in Jerusalem um das Jahr 33. Soldaten der römischen Besatzer richten einen jüdischen Wanderprediger hin. Als seine treuesten Anhänger sein Grab aufsuchen, treffen sie ihn lebend an. Und verwandelt. Und sie beginnen zu verstehen und zu glauben, dass er, dieser Jesus, Gottes Sohn ist. Und sie weigern sich, dies jemals wieder zu leugnen, gehen dafür sogar in den Tod.
Mit seinem Tod und seiner Auferstehung hat Jesus den Tod besiegt und uns Menschen den Weg zum ewigen Leben im Reich Gottes geöffnet. Das ist unser christlicher Glaube.
Wie wird man nun ein Jünger dieses Jesus? Er sagte: „Verleugne dich selbst, nimm dein Kreuz auf dich und folge mir nach!“ (Mt. 16,24) Was soll das bedeuten? Keuschheit, Armut und Gehorsam gegenüber allen kirchlichen Geboten? Das ist eine mögliche Lesart. Ich möchte hier auf eine andere hinweisen.
Jesus lehrte, dass es ausreiche, zwei Gebote zu erfüllen: Gott über alles zu lieben und seinen Nächsten wie sich selbst. Bei diesem Gebot der Nächstenliebe wird der Nachsatz „wie dich selbst“ gerne vergessen, dabei kann ich meinen Nächsten gar nicht mehr lieben als mich: Alles, was ich an mir ablehne, lehne ich auch an meinen Nächsten ab. Deswegen beginnt die Nächstenliebe mit der Selbstliebe. Damit sind nicht Arroganz und Rücksichtslosigkeit gemeint, die Einbildung, der stärkste, die schönste, der beste von allen Menschen zu sein. Gemeint ist, mich anzunehmen mit meinen Fehlern, meinen Schwächen, meiner Angst und meinem Schmerz.
Das ist mein Kreuz, von dem Jesus mich auffordert, es zu tragen. Verleugnen soll ich die eitlen Bilder, die ich mir selbst von mir mache, um mich von Gott mit meinen Fehlern lieben zu lassen und mich auch selber anzunehmen. Wenn jemand Jesus so nachfolgt, dann wird das Reich Gottes, das Jesus versprach, schon hier unter uns lebendig: Dann werden wir zu Menschen werden, die ihren Nächsten offen, ehrlich und mit Respekt und Liebe begegnen – wie sich selber.
Volker Nebel, Heidelberg
Foto: privat
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