Erinnerung an die Ärztin und Laiendominikanerin
Wie die hl. Edith Stein war sie jüdischer Abstammung und wurde in der NS-Zeit ermordet. Jetzt wird für Lisamaria Meirowsky ein Stolperstein verlegt …
In Gedenken an die Laiendominikanerin Lisamaria Meirowsky (1904-1942) mit dem Ordensnamen Maria Magdalena Dominika wird am Montag, 29. Juni 2026, am ehemaligen Ort des Klosters Koningsoord (Berkel-Enschot, Niederlande) ein Stolperstein verlegt. Dort hat die promovierte Ärztin die letzte Periode ihres Lebens verbracht, bevor sie von Nationalsozialisten verschleppt und ermordet wurde.
Lisamaria Meirowsky, gebürtige Jüdin, wuchs in Köln auf und konvertierte nach ihrem Medizinstudium und einer lebensgefährlichen Erkrankung zum katholischen Glauben. 1933 – im Jahr von Hitlers Regierungsantritt – empfing sie die Taufe. Nach ihrer ersten Promotion und kurzer Tätigkeit als wissenschaftliche Assistentin in München wanderte sie nach Rom aus, weil sie wegen ihrer jüdischen Abstammung beruflich eingeschränkt wurde. In Rom promovierte sie zusätzlich in Kinderheilkunde und traf auf den Dominikanerpater Franziskus M. Stratmann. Lisamaria wurde in den Laienzweig des Predigerordens aufgenommen und erhielt den Namen Maria Magdalena Dominika.
Zusammen mit dem Predigerbruder zog sie 1938 von Rom nach Utrecht, um jüdischen Flüchtlingen aus Deutschland in den Niederlanden zu helfen. 1941 musste sie bei Trappistinnen untertauchen, wo sie als Pförtnerin und Ärztin arbeitete. Im Kontext einer größeren Verhaftungswelle wurde sie am 7. August 1942 nach Auschwitz deportiert und dort zusammen mit Edith Stein und weiteren Ordensschwerstern zwei Tage später ermordet.
Ihre Glaubenshaltung beschrieb Lismaria Meirowsky einmal mit den Worten: „Man muss Gott immer wieder suchen, sonst verliert man ihn“.
Zur Stolperstein-Legung und zum Festakt sind alle Mitglieder der dominikanischen Familie herzlich willkommen. Das Programm beginnt mit einer Eröffnungszeremonie im Freien und Informationen zu mehreren Deportierten, zu deren Andenken an diesem Tag Stolpersteine verlegt werden. Anschließend ist ein Empfang geplant.
Norbert Schmeiser, Freiburg
Claudius Kroker, Bonn
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Bildhinweise:
Portrait Dr. Lisamaria Meirowsky: mit freundlicher Erlaubnis von Dorry de Beijer, dominikanen.nl
Portrait Pater Franziskus Stratmann: Archiv der Dominikanerprovinz des Hl. Albert in Deutschland und Österreich
Collage „Bevrijd van de vergetelheid“: Stichting Mommerskwartie, wikimiddenbrabant.nl
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